Insolvenz

 

 

Verbraucherinsolvenz

 

Das Verbraucherinsolvenzverfahren gliedert sich in zwei Schritte.

 

• Im ersten Schritt wird durch ein sogenanntes außergerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren versucht, eine Einigung mit den Gläubigern zu erzielen. Diese Einigung muss aber von allen Gläubigern angenommen werden, da sonst das außergerichtliche Schuldenbereinigungsverfahren als gescheitert anzusehen ist.

 

• Wenn eine Insolvenz vermieden werden soll und eine Schuldensanierung Erfolg verspricht, dann kann bei einer Ablehnung durch einzelne Gläubiger auch eine gerichtliche Schuldenbereinigung in Frage kommen.

 

 

• Verspricht dieses Verfahren auch keinen Erfolg, folgt Schritt zwei:

Innerhalb von 6 Monaten nach dem Scheitern des Einigungsversuches muss nun ein Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim zuständigen Insolvenzgericht gestellt werden.

 

Ebenso muss ein Antrag auf Restschuldbefreiung und Stundung der Verfahrenskosten beim Gericht eingereicht werden.

 

Wer die Restschuldbefreiung erlangen möchte, muss für die Dauer von drei bis sechs Jahren nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens den pfändbaren Teil seines Einkommens an einen Insolvenzverwalter abtreten.

 

Ebenso muss der Schuldner seinen gesetzlichen Pflichten in der sogenannten Wohlverhaltensphase (siehe § 295 InsO) nachkommen.

 

Hatte der Schuldner keine Schulden aus Straftaten oder strafbaren Handlungen, dann wird ihm das Gericht in der Regel die Restschuldbefreiung erteilen.

Die Schulden, die zum Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens bestanden, sind dann erlassen.

 

 

 

Regelinsolvenz

 

Im Gegensatz zur Verbraucherinsolvenz  steht das Regelinsolvenzverfahren Selbständigen sowie ehemals Selbständigen offen, aber es ist auch die Erfüllung einiger Kriterien erforderlich, um diese Art der Insolvenz beantragen zu können.

 

Hier entfällt das außergerichtliche Schuldenbereinigungsverfahren und es wird direkt der Antrag auf Eröffnung des Verfahrens gestellt . Das Regelinsolvenzverfahren ist meist aufwändiger und daher teurer.

 

Auch hier schließt sich an die Verfahrenseröffnung die sog. Wohlverhaltensphase an. Bestehen keine Versagungsgründe, wird das Gericht die Restschuldbefreiung erteilen.